
Dario Wilding, Head of External Communications bei kununu (c) kununu
Wien, am 18. Mai 2026. Unter den 13 Kategorien, die für die Auswertung herangezogen wurden und in denen Beschäftigte ihre Arbeitgeber im Sterne-System (von eins bis fünf) bewerten können, zeigten sich die größten Unterschiede in den drei Sparten Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Umwelt- und Sozialbewusstsein sowie den Arbeitsbedingungen. Der Osten Österreichs (Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Wien) schnitt in diesen Kategorien deutlich schlechter ab als der Westen (Kärnten, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg).
Osten zurück, Wien am Ende des Feldes
So bewerteten Arbeitnehmer:innen im Osten ihre Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Schnitt mit 3,49 Sternen, während der Wert im Westen bei 3,59 Sternen lag. Zwar sicherte sich Oberösterreich im Bundesländervergleich den zweiten Platz (3,65) hinter Vorarlberg (3,66), Niederösterreich (3,46), das Burgenland (3,45) und Wien (3,43) landeten jedoch am unteren Ende des Rankings.
Ein ähnliches Bild zeigt sich in puncto Umwelt- und Sozialbewusstsein. In dieser Kategorie stehen die Nachhaltigkeit beziehungsweise das Engagement des Arbeitgebers für Natur und Gesellschaft auf dem Prüfstand. Hier liegt ebenfalls Vorarlberg vorne (3,92), gefolgt von Oberösterreich (3,88), während das Burgenland (3,76), Niederösterreich (3,73) und Wien (3,69) die schlechtesten Bewertungen aufweisen. Insgesamt ergatterten Arbeitgeber im Westen 3,85 Sterne, jene im Osten nur 3,74 Sterne für ihr Umwelt- und Sozialbewusstsein.
Auch bei den Arbeitsbedingungen sehen die Arbeitnehmer:innen den Westen (3,90) vor dem Osten (3,80). Vorarlberg (3,94) und Oberösterreich (3,93) performen am besten, Wien und Niederösterreich (je 3,76) teilen sich den letzten Platz hinter dem Burgenland (3,77).
Oberösterreich voran, wenig Gefälle bei Gleichberechtigung
Auffällig ist, dass Oberösterreich die Statistik des Ostens deutlich anhebt. In 10 der 13 untersuchten Kategorien liegt Oberösterreich an der Spitze. In den übrigen drei Sparten ist die Kluft zwischen Ost und West besonders groß. „Die Daten selbst zeigen keine Kausalität, korrelieren aus unserer Sicht aber mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Bundesländer. Oberösterreich verfügt über eine starke industrielle Basis, viele etablierte Arbeitgeber und einen vergleichsweisen stabilen Arbeitsmarkt. Das gilt zum Teil ebenso für die westlichen Bundesländer, die zusätzlich von regionalen Wirtschaftsstrukturen profitieren, die oft durch Nähe und Verlässlichkeit der Zulieferer und hohe Standortqualität auch außerhalb der Metropolräume geprägt sind. Im Osten wiederum zeigt sich ein heterogeneres Bild, das stark durch Wien beeinflusst wird“, erklärt Dario Wilding, Head of External Communications bei kununu.
In keiner einzigen Kategorie bewerteten Arbeitnehmer:innen im Osten ihre Arbeitgeber besser als ihre Pendants im Westen. Die zwei Kategorien, in denen der Unterschied am geringsten ausfällt, sind zugleich Sparten, in denen Wien ausnahmsweise nicht auf dem letzten Platz des Rankings zu finden ist. Es handelt sich einerseits um Gleichberechtigung – hier verbucht der Osten 3,94 Sterne, der Westen 3,98 Sterne – und andererseits um Kollegenzusammenhalt, der im Osten mit 4,01 Sternen und im Westen mit 4,04 Sternen bewertet wurde. Beide Sparten führt Oberösterreich an, und zwar mit 4,00 Sternen (ex aequo mit der Steiermark) bei der Gleichberechtigung sowie mit 4,10 Sternen beim Kollegenzusammenhalt. Niederösterreich performt bei der Gleichberechtigung am schlechtesten (3,88), das Burgenland beim Kollegenzusammenhalt (3,93).
„Abschließend lässt sich noch sagen, dass bei den Gesamtbewertungen für Arbeitgeber, in denen alle Kategorien miteinfließen, der Osten beide Enden des Spektrums für sich beansprucht. Das Burgenland, Niederösterreich und Wien teilen sich mit durchschnittlich 3,71 Sternen den letzten Platz, während die Arbeitgeber in Oberösterreich mit 3,87 Sternen am besten abschneiden“, so Dario Wilding.
[1] Sämtliche Reviews in Österreich, die bis 10. April 2026 auf kununu abgegeben wurden.